1924
General Motors Belgium wird in einer alten Abtei in Antwerpen (Fortuinstraat) unter dem Namen General Motors Continental gegründet. Diese Niederlassung ist das zweite Übersee-Montagewerk der früheren Exportdivision von GM.
Zu den wichtigsten Abnehmern von General Motors Belgium zählen Belgien, die Niederlande, Frankreich, die Schweiz und teilweise auch Deutschland.
1925
Am 2. April produziert die Niederlassung ihren ersten Chevrolet. Im August gibt es bereits 40 Vertragshändler in Belgien. Die Nachfrage ist weitaus größer als die tägliche Produktion von 20 bis 25 Fahrzeugen. Gesamtproduktion im ersten Jahr: 2.040 Fahrzeuge.
1926
Durch die steigende Anzahl der Bestellungen muß General Motors Belgium seine CKD-Montageaktivitäten in das größere Velodrom von Antwerpen verlegen (Juli), wo damals die Radrennen stattfanden. Die alte Abtei wird fortan für den Bau von Karosserien für Nutzfahrzeuge und als Lagerplatz genutzt.
1929
Auch das Velodrom wird zu klein für die Bestellungen der Händler. Im November zieht General Motors Belgium ins neue Montagewerk am Hafen von Antwerpen um. Produktion, Verkauf, Ersatzteile und Service, die bis dahin auf verschiedene Standorte in Antwerpen verteilt waren, werden nun in einer Niederlassung konzentriert.
1930
Die Wirtschaftskrise schlägt zu, und auch General Motors Belgium wird davon nicht verschont. Die Verkaufszahlen bleiben jahrelang weit unter der maximalen Produktionskapazität.
1932
Sowohl General Motors Frankreich als auch die General Motors GmbH werden aus wirtschaftlichen Gründen mit General Motors Belgium fusioniert. Trotz der schwierigen Situation kann General Motors Belgium im August eine standardisierte Kabine für Chevrolet, Blitz und Bedford-Lkw produzieren.
1933-39
In den Jahren kurz vor dem Zweiten Weltkrieg verliert General Motors Belgium aufgrund verschiedener Faktoren einen Teil seines Marktanteils.
1940-45
Während des Zweiten Weltkriegs hat General Motors Belgium mit größeren Schwierigkeiten zu kämpfen als andere GM-Produktionsstätten in Übersee. Der Hafen von Antwerpen und das Werk werden während der deutschen Besetzung durch Bombardements der Alliierten vernichtet.
1945-46
Die Führungskräfte von General Motors Belgium können erst 1945 nach Antwerpen zurückkehren, um die Aktivitäten wieder anlaufen zu lassen. In diesem Jahr startet General Motors Belgium ein Reparaturprogramm für amerikanische Armeefahrzeuge. Am 10. August wird auch in Rotterdam eine Filiale für diese Aktivität geöffnet. Im Zeitraum von August 1945 bis April 1946 sorgt General Motors Belgium für die Reparatur von 4.135 Fahrzeugen.
Im Jahre1946 erfolgt die Eröffnung eines Ersatzteillagers für amerikanische GM-Fahrzeuge (Chevrolet, Cadillac, Buick, Oldsmobile, Pontiac, G.M.C.) sowie für amerikanische GM-Industrieprodukte und Gebrauchsgüter (Frigidaire Kühlschränke und Waschmaschinen).
1947-49
Ende 1947 ist General Motors Belgium bereit für die Modernisierung. Am 19. Dezember erwirbt das Unternehmen Grundstücke für den Bau des neuen Werkes im Hafen von Antwerpen.
Die Niederlassung von General Motors Belgium in Antwerpen nimmt 1948 wieder die normale Produktion auf. Im Februar kann das Unternehmen das Velodrom zurückkaufen, und im April rollt der erste Chevrolet vom Band. Im Oktober wird der erste Personenwagen produziert, und am Ende des Jahres hat General Motors Belgium beinahe 5.000 Exemplare gebaut und verkauft.
Opel entwickelt sich allmählich zur wichtigsten Marke für GM in Europa und wird eine bedeutende Rolle bei der weiteren Entwicklung der Niederlassung in Antwerpen spielen.
1950-53
Am 27. März wird der Grundstein für das neue Werk gelegt.
Im Jahre 1953 werden die neuen Anlagen an der Noorderlaan in Antwerpen, des späteren "Werks 1", eröffnet.
1954-67
In dieser Zeit beginnt General Motors Belgium mit der Montage von Produkten aus Amerika auf CKD-Basis. Später kommen noch Bedford-Lkw hinzu und werden auch Opel- und Vauxhall-Personenwagen in Antwerpen zusammengebaut. All diese verschiedenen Modelle werden auf derselben Montagestraße gebaut.
GM erwägt 1965 den Bau eines neuen, großen Montagewerkes für die Produktion von Opel-Personenwagen. Aus den verschiedenen Standortmöglichkeiten wird letztendlich Antwerpen ausgewählt.
1967-72
Beginn der Produktion im neuen Werk 2 von General Motors Belgium, die sich 10 Kilometer nördlich vom Werk 1, unweit des Churchilldocks, befindet.
Am 2. Juli 1968 rollt das 100.000. Fahrzeug von der Montagestraße in
Werk 2. Dabei handelt es sich um einen Opel Kadett, der für die USA bestimmt ist.
Als die maximale Produktionskapazität von 70 Fahrzeugen pro Stunde erreicht wird (Opel Manta und Ascona), kommt 1970 in Werk 2 eine zweite Schicht hinzu.
Nach einem Produktionszeitraum von 4 Jahren wird der Meilenstein einer halben Million Fahrzeuge erreicht (Werk 2).
1973-74
Werk 2 von General Motors Belgium erhält den Auftrag, die Montagekapazität bis auf 75 Wagen pro Stunde zu erhöhen. Da es immer schwieriger wird, Arbeiter auf Stundenlohnbasis zu finden, erwägt man die Anwerbung von weiblichen Stundenlohnarbeitskräften für die Produktionsabteilung.
Am 12. Februar 1973 wird die erste Produktionsarbeiterin in der Produktionsabteilung eingestellt.
Am Donnerstag, den 24. Mai, verläßt der 1.000.000. Wagen die Montagestraße in Werk 2 von General Motors Belgium. Es ist ein Manta Rallye für
New Orleans (USA).
1974, im Jahr des 50. Firmenjubiläums wirken sich die Ölkrise und die wirtschaftliche Rezession auf die Produktionszahlen aus (153.784 gegenüber 247.775 im Jahr davor). Neben den sinkenden Verkaufszahlen muß die Werk 2 auch die Beendung der Manta- und Ascona-Produktion für die USA verkraften. Diese Situation zwingt das Management, harte Maßnahmen zu ergreifen. 1974 bleibt das Werk an 64 von 231 Arbeitstagen geschlossen.
Ab dem 16. September 1974 übernimmt Werk 1 von General Motors Belgium die Produktion aller Kühler für Opel. Durch Änderungen am Design wird diese Aktivität am 28. Februar 1986 beendet.
1975-77
In der zweiten Hälfte des Jahres 1975 nimmt der Autoverkauf beachtlich zu. Diese Entwicklung ist hauptsächlich auf den Erfolg der neuen Manta- und Ascona-Modelle zurückzuführen. In diesem Jahr werden 191.978 Fahrzeuge produziert.
Im Jahre 1976 verlässt das 3.000.000. Fahrzeug das Werk 2.
Ab Juli 1977 werden auch in Werk 1 nur noch Opel-Personenwagen gebaut.
1978-81
1978 läutet ein umfangreiches Modernisierungsprogramm ein. In den folgenden 8 Jahren werden 22 Milliarden BEF investiert.
Am 5. Februar 1979 wird eine zweite Schicht für die Montageaktivitäten in Werk 1 eingeführt.
Im Jahre 1981 wird eine neue Lackierabteilung in Werk 1 in Betrieb genommen. Beginn der Einzelteilproduktion in Werk 2, in zwei neuen Gebäuden: einem für den Zusammenbau von Opel-Motoren und -Getrieben, und einem für die Produktion von Karosserieböden und Kraftstofftanks.
1982-85
Das 5.000.0000. Fahrzeug läuft 1982 vom Band.
1984 werden die automatisierte Montagestraße für das Schweißen der Karosserien und zwei modulare Produktionskonzepte in Werk 2 in Betrieb genommen. Beide Anlagen sind für den neuen Opel Kadett bestimmt.
1985 rollt das 6.000.0000. Fahrzeug vom Band.
1986-89
Inbetriebnahme der neuen Lackiererei in Werk 2, einer Investition von
6,2 Milliarden BEF.
1987 Rekordproduktion: 393.724 Opel- und Vauxhall-Fahrzeuge.
Im Jahre 1988 Produktion des 7.000.000. Fahrzeugs.
Im August wird die Produktion der beiden Niederlassungen in Werk 2 zusammengelegt. General Motors Belgium ist weltweit die erste Niederlassung von GM, wo ein revolutionäres, neues Schichtsystem eingeführt wird. Die Rendite steigt um 43,5%, so daß Opel fortan in einem Werk so viele Fahrzeuge wie vorher in den Werken 1 und 2 zusammen herstellen kann. Künftig beherbergt Werk 1 nur noch die Verwaltungsdienste und ein Lager für Einzelteile.
1990
Produktion des 8.000.000. Fahrzeugs.
1991
Investition von 4,6 Milliarden BEF in Werk 2 für die Produktion des neuen Opel Astra (und Opel Vectra).
Investition von 400 Millionen BEF in Werk 2 für eine neue Verkleidungsstraße, wodurch die Produktionskapazität von 76 auf 80 Wagen pro Stunde erhöht wird. Diese Anlage ist die erste ihrer Art in ganz Europa.
Werk 2 besteht seit 25 Jahren.
Im Rahmen der Umstrukturierung auf europäischer Ebene wird das im Jahre 1946 eingerichtete Ersatzteillager geschlossen.
1993-94
Produktion des 9.000.000. Fahrzeugs.
Ein Investitionsprogramm von 5,9 Milliarden BEF wird angekündigt.
Im Rahmen der internationalen Expansion der Marke Opel wird der Name der Firma in Antwerpen zum 1. November 1994 in Opel Belgium umgeändert. Gleichzeitig mit dieser Namensänderung erfolgt der durch den Verkauf von Werk 1 bedingte Umzug des Gesellschaftssitzes zu Werk 2.
Die Verkaufsabteilung wird in den neuen Gebäuden in Kontich eingerichtet.
General Motors Belgium feiert sein 70-jähriges Bestehen.
1995-96
General Motors Belgium erhält das ISO 9002 Zertifikat. ISO 9002 ist eine internationale Norm für das Qualitätssystem innerhalb von Produktionseinheiten.
Investitionen in Höhe von 3 Milliarden BEF für eine doppelte Montagestraße in der Verkleidungsabteilung und der Endmontage mit einer technischen Kapazität von 2 x 45 Fahrzeugen pro Stunde. Ein SILS-Center
(Supply In Line Sequence) wird mit dem Ziel eingerichtet, daß sich die ausländischen Lieferanten so dicht wie möglich bei General Motors Belgium niederlassen. Bei diesem neuen Projekt tritt Katoen Natie, der Hafenbetrieb von Antwerpen, als logistischer Partner auf.
Investition von 2,6 Milliarden BEF in eine neue Karosserieteilepreâabteilung. Diese Investition führt zu einer spürbaren Stärkung von General Motors Belgium im Wettbewerb und einer beachtlichen Verbesserung des Qualitätsmanagements.
Eine Investition von 6 Milliarden BEF umfaßt u.a. die Erweiterung der automatischen Komponentenherstellung, die Modernisierung aller Karosserie-Schweißanlagen und die Installation von zusätzlichen Laser-Meßgeräten für die Maßkontrolle der Karosserien.
Im März desselben Jahres wird mit dem Bau einer nagelneuen Preßanlage für Karosserieteile begonnen. Diese neue Einheit wird in einem Gebäude mit einer Fläche von fast 7.000 m2 untergebracht. Die Grundsteinlegung erfolgt am 25. Juni.
17. Dezember: Produktion des 10.000.000. Fahrzeugs!
1997-99
Im November wird die Preâabteilung für Karosserieteile in Betrieb genommen. Damit entsteht ein wichtiges neues Standbein für die industriellen Aktivitäten von General Motors Belgium.
Bei der Modernisierung der Karosserieabteilung wird u.a. die Anzahl der Roboter verdoppelt (von 551 auf 1.186).
Im August 1998 stoppt General Motors Belgium die Vectra-Produktion. Fortan wird neben der drei- und fünftürigen Version auch das Stufenheckmodell des Astra produziert. General Motors Belgium ist die einzige europäische Niederlassung, die dieses Stufenheckmodell herstellt.
Im Rahmen der Umstrukturierung des Unternehmens wird am
1. Januar 1999 ein neues, flexibles Zwei-Schichten-System eingeführt und durch eine beschränkte, feste Nachtschicht ergänzt.
Außerdem wird eine neue Gesellschaft mit dem Namen GM Automotive Services Belgium eingerichtet. Diese hat den Zweck, Dienstleistungen für General Motors Belgium und/oder andere GM-Niederlassungen zu erbringen.
Am 75. Gründungstag des Unternehmens ist General Motors Belgium bereit, die Schwelle zum 21. Jahrhundert zu überschreiten und seine führende Rolle in der Automobilindustrie weiterhin erfolgreich zu verteidigen.
2000
Im März wird das 11.000.000. Fahrzeug fertig gestellt.
Die Festlichkeiten finden allerdings erst am Dienstag, den 27. Juni, statt, wenn das 11.111.111. Fahrzeug die Fabrik verlässt.
2001
Die Adam Opel AG startet in enger Zusammenarbeit mit GM Europe ein umfangreiches Projekt, das Opel und den europäischen GM-Zweig wieder in die Gewinnzone führen soll. Im Rahmen dieses Projekts mit der Bezeichnung 'Olympia' sollen alle Aktivitäten des Unternehmens unter die Lupe genommen werden. Ziel ist die Steigerung der Effizienz und die Stärkung der Marke.
2002
Grundsteinlegung zu Erweiterung der Karosseriestanzabteilung. Mit Blick auf die neuen Astra-Modelle wird mit der Ausführung eines Investitionsprojekts in einer Grössenordnung van 51.4 Millionen Euro begonnen. Die bestehende Stanzabteilung soll hierbei um 6.700 m² vergrössert werden.
2003
Am 9 Juli 2003 montiert General Motors Belgium dan 12.000.000 Fahrzeug seit Gründung des Betriebs.
2004
Im Januar nimmt General Motors Belgium die Produktion des neuen Opel Astra 5-Türers auf und seit September wird auch der neue Astra Caravan in Antwerpen produziert.
Opel Belgium NV wird ab 1. November General Motors Belgium NV. Die Namensänderung steht in Zusammenhang mit den Umstrukturierungsplänen von General Motors Europe, um die Unternehmensstruktur zu vereinfachen und den Entscheidungsprozess durch eine konsequente vertikale funktionale Organisation zu beschleunigen. Mit der Änderung in General Motors bei der neuen Unternehmensbezeichnung soll deutlich gemacht werden, dass GM sämtliche Kräfte als weltweites Team über die Grenzen hinweg bündeln wird.
2005
Auch der neue Opel Astra GTC wird eingeführt, dieses Modell wird exklusiv in Antwerpen gebaut. Ab sofort werden 3 Varianten des erfolgreichen Opel Astra im Antwerpener Werk gebaut. Die Lackierkabine wird für die Verwendung von 'waterbased' Lacken umgebaut. Der Umstrukturierungsplan von General Motors Belgium wird abgeschlossen.